- der Hof des Herzogs -

Herzogtum Hohenberg Ruh


Als Herzöge aus Österreich nach Hoyerswerda in Sachsen

 

Wir waren mit unserem

Traditionsverein Dresdner Barock

( Bilder hier und unter: TDB-Bildergalerie )

zu Gast beim Teschen- Markt

 

Vorbemerkung

Was kann, zugegebenermaßen zwei ziemliche Barockbesessene, dazu veranlassen, - aus dem österreichischen Burgenland, wegen eines Wochenend- Events, rund 700 km bis ins ferne Sachsenland, dem östlichsten Bundesstaat der BRD zu reisen?

Die Antwort fällt uns nicht schwer. Zum einen waren wir einige Jahre Wahlsachsen und lebten eine Zeit lang in Chemnitz und danach auch in unserem Schlösschen Miltitz, in der Nähe der Porzellanstadt Meißen, - zum anderen haben wir in dieser Zeit festgestellt, dass die Sachsen ein recht liebenswertes Völkchen darstellen. Das auch, weil sie sich selbst als „helle, heeflich und heemtücksch“ bezeichnen, was sie rundum zu Freunden werden lassen kann, was uns erfreulicherweise in vielfacher Weise gelungen ist. Besonders unsere Freunde im Traditionsverein Dresdner Barock, zu denen wir noch in unserer Miltitzer Zeit stießen, sind uns ans Herz gewachsen. Nach anfänglich vorsichtigem Beschnuppern, stellten wir viele Gemeinsamkeiten fest, besonders im barocken Hobby. Wir, als Anfänger in dieser Sache, fanden offene Ohren und Hilfe und letztendlich eine wunderbare kameradschaftliche Aufnahme, die uns veranlasste, unsere Vereinsmitgliedschaft auch nach unserer Rückkehr nach Österreich fortzusetzen. Beflügelt wurden wir hierin in der wirklich sehr wohltuenden und stets vorurteilsfreien Freundschaft von Regina und Bernd SCHWABE (die mittlerweile beide an der Spitze unseres Vereins stehen) und den Eheleuten Heidrun und Günther TENNERT, deren Hilfe in Sachen Gewandung, uns den Start in das Barockhobby sehr erleichtert hat.

Auch wenn uns Ferne trennt, in unseren Gemeinsamkeiten trennt uns nichts und so nahmen wir und werden auch künftig, an Events, die unser TDB in Deutschland veranstaltet oder besucht, gern teilnehmen. Eines dieser Veranstaltungen erlebten wir in Hoyerswerda mitten im Sorbenland. Darüber wollen wir hier berichten.

 

Zu Gast bei Urszula Katarzyna Prinzessin Lubomirska Reichsfürstin von Teschen

Sicher, mit dem Christkindl- Markt in Nürnberg, oder dem Dresdner Striezelmarkt, kann sich der Weihnachtsmarkt in Hoyerswerda nicht messen. Aber unter der Bezeichnung Teschen- Markt bot sich den beteiligten Händlern, Künstlern und nicht zuletzt dem Publikum, vom 12. bis 14. Dezember 2014 (schon zum dritten mal) ein vorweihnachtliches Spektakel, an das wir uns gern erinnern und wo wir ebenso gern mitgewirkt haben und gern auch wieder  mitwirken würden.

Nach dem wir schon am Donnerstag ins Sächsische eingeschneit waren, die Kleiderkammer unserer Freunde Heidrun und Günther in Ebersbach geplündert hatten und unsere vierbeinigen Hausgenossen in einer nahe liegenden Tierpension in Urlaubspflege gegeben hatten, standen wir am Freitag rechtzeitig auf der Matte in Hoyerswerda, wo wir in alter Herzlichkeit von unseren Dresdner Freunden begrüßt wurden.

Nach einer kurzen Stärkung durch einen kräftigen Türkentrunk (kein Bliemchenkaffee) hieß es in die historischen Gewandungen zu schlüpfen und so wurden aus Peter und Volker Herzog VON HOHENBERG- RUH, der sächsische Botschafter am Wiener Hof und Wirklich Geheime Rat Karl Friedrich Herzog von Hohenberg nebst seiner Gemahlin Leopoldine. Nun konnten wir standesgemäß der Gastgeberin Reichsfürstin von Teschen, - bestens dargestellt durch die einheimische Gästeführerin Cornelia SCHNIPPA, entgegentreten. Wir folgten ihr, der Lehnsherrin, die sie durch die Gunst des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. worden war, gleich hinter den ranghöheren Adelsleuten, der Zarewna von Russland (Nadin SCHUBERT) und dem Pair von Frankreich Philipp II. Herzog von Orleans und Anjou (Rudolf FRITZSCHE), und gefolgt vom Dresdner Hofstaat.

Der Markt der Reichsfürstin präsentierte sich, wie es einem Weihnachtsmarkt geziemt, - viel Licht und vorweihnachtliche Klänge, Bühnenprogramme, Buden der Händler und Handwerker und „Naschtempel“, wo es auch Lausitzer Spezialitäten gab. Der Weihnachtsmann durfte natürlich nicht fehlen, denn es waren auch viele Sachsenknirpse da. Gern lernten wir auch weihnachtliche Gebräuche und Sitten und Trachten der hier ansässigen sorbischen Minderheit kennen. Da ist uns besonders das Bescherkind aufgefallen. Dies darf nur dann ein Mädchen sein, wenn es vor hat, im Folgejahr zu heiraten. Da man nicht wissen darf wer die Jungfer ist (falls sie es sich noch anders überlegt) ist ihr Gesicht verdeckt. Man darf sie aber anfassen, denn das bringt dem Grapscher Glück (so er gesittet gegrapscht hat,- ansonsten gibt es von der stets allgegenwärtigen Bewacherin eines auf die Pfoten!).

Als die Dämmerung zur Nacht wurde, sah das Publikum die Fürstin, den Dresdner Hofstaat und dessen Gäste auf der Bühne, wo die Hofsängerin (Regina SCHWABE) ihre Nachtigallenstimme mit einer weihnachtlichen Weise erklingen ließ.

Danach defilierte das Adelsvolk weiterhin über den Festplatz und maß schon mal mit den Augen, wessen Stand auszeichnungsschön sei.

Wir trennten uns dann doch von der Reichsfürstin und ihrem Markt, denn der Regen, der uns schon von Anfang an ärgerte und während der gesamten Markttage anhielt, trieb uns dann unter das trockene Dach unserer Unterkunft.

Auch der Sonnabend- und Sonntagnachmittag- und Abend verlief in gleichen Bahnen. Die Reichsfürstin legte mehr und mehr ihr Lampenfieber ab und wurde immer souveräner und erwies sich dabei noch als äußerst kundige Stadtführerin.

Auch ging es wieder für das Publikum auf die Bühne. Am Samstag gab es dort für das Publikum und, völlig überraschend auch für die Reichsfürstin eine Überraschung. Einer Staatskarosse des sächsischen Hofes entstieg, - der Fürstin wollte der Atem stocken, ihr (zugegeben ehemaliger) Herzenssouverän, der Kurfürst von Sachsen und König in Polen August II., den die Nachwelt als den Starken kennt. (Werner POHLE). Ach war das Wiedersehen freudig, welches für Cornelia ein erstmaliges Kennenlernen war. „Hätte ich gewusst, dass der Kurfürst mich hier auf dem Teschen- Markt besucht, hätte ich in der Nacht kein Auge zugemacht.“ Gestand uns hinterher Cornelia SCHNIPPA mit geröteten Wangen.

Nicht nur das Wetter ähnelte dem der Vortage, auch unser Mitwirken und das Geschehen auf diesem lausitzischen Weihnachtsmarkt. Während dieser Tage besichtigten wir Mayers- Teestube, das Großkino von Herrn SPRECHER, das Schloss der Reichsfürstin und weitere sehenswerte Glanzpunkte von Markt und Stadt. Auch ein Foto mit dem Weihnachtsmann musste noch sein.

Die Abende sahen uns alle in fröhlichster Runde, bei Bestem aus Küche und Keller unseres Café Pinguin und danach noch im Damenquartier, wo weiter gesüffelt wurde, - auch bei Verkostung von Rebensaft aus unserem Burgenland und uns Cornelias hausgeschlachtenen Bockwürste schmeckten und unser Lachen unüberhörbar wurde.

 

Nachsatz

Wenn wir jetzt so zurück blicken, müssen wir immer wieder sagen, es war ganz wunderbar wieder einmal im Sachsenland geweilt und den Teschen- Markt kennen gelernt zu haben. Die herzliche Freundschaft unserer sächsischen Vereinsfreundinnen- und Freunde kannten wir ja schon und wir sind froh, diese zu haben.

In dem Sinne werden uns unsere Sachsen noch oft bei sich dorheeme auf dem Pelz haben.

Danke für das schöne Wochenende. Gern laden wir Euch ein, auch mal unser schönes Burgenland hier in Österreich kennen zu lernen.

Peter und Volker aus Moschendorf

 

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!